Umgang mit Eltern-Kind-Entfremdung (EKE)

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Tipps gegen Loyalitätskonflikt und EKE
Kurzvideo / YouTube
Dem Kind Verständnis schenken

Tipps gegen Loyalitätskonflikt und Eltern-Kind-Entfremdung

Tipps vor, während und nach den Besuchen:

Diese Rituale schaffen beim Kind Vertrauen:
Geben Sie dem Kind genügend Zeit beim Ankommen und Gehen. Erwarten Sie nicht, dass Ihre gewohnte Umgebung dem Kind gleich zusagt. Je nach Konfliktfall benötigt das Kind genügend „Akklimatisierungszeit“. Kinder sind in solchen Fällen vielfach aufgeregt oder suchen nach Rückzugsmöglichkeiten. Ein Begrüssungsritual mit einem vertrauten Gegenstand kann Abhilfe schaffen. (Vergleichen Sie den Artikel "Kind im Wechsel bringen")
Bereiten Sie das Kind auf den Abschied ca. 20 Minuten vorher vor, indem Sie ihm mitteilen, dass die Mutter/Vater sich wieder auf die Begegnung mit ihm freut. So kann das Kind die Übergabe leichter bewältigen. 
Wenn Sie das Kind länger nicht mehr gesehen haben oder das Besuchsrecht minimal erfolgt:                      

Wenn Sie das Kind länger nicht mehr gesehen haben, versuchen Sie, es nicht mit Geschenken zu überhäufen. Stattdessen teilen Sie Ihre Gefühle mit, dass Sie das Kind vermisst haben, es lieben und sich über das Wiedersehen freuen.

Auch wenn Sie das Kind länger nicht gesehen haben, versuchen Sie, die elterliche Rolle wahrzunehmen, indem Sie dem Kind Grenzen setzen. Es ist verständlich, wenn Sie es dem Kind so angenehm wie möglich machen und Auseinandersetzungen meiden möchten, dies schliesst aber Grenzen-Setzen und konsequentes Einfordern dieser Grenzen nicht aus - im Gegenteil. Das Kind merkt so, dass Sie es gut mit ihm meinen und es ernst nehmen, zudem fördert es das gemeinsame Miteinander.
Haltung zum Kind gegenüber dem Ex-Partner:
Sprechen Sie über Ihren Ex-Partner bzw. Ihre Ex-Partnerin in Anwesenheit des Kindes nie schlecht. Bleiben Sie sachlich z.B: Mami und Papi sind einen anderen Weg gegangen; mit Mama und Papa hat es nicht funktioniert, sie seien jetzt aber wieder glücklich. (Vergleiche auch die untenstehende Literatur).
Das Kind beginnt über Sie schlechte und unverständliche Äusserungen zu machen:
Wenn das Kind beginnt, schlecht über Sie zu reden (wegen Aussagen des anderen Elternteils), hören Sie geduldig zu. Zeigen Sie Verständnis dafür, dass der Ex-Partner andere Ansichten hat. Sie können zum Beispiel das Kind auch fragen, ob es selbst derselben Ansicht sei. Formulieren Sie aber Ihre Fragen ohne Vorwürfe (vermeiden Sie es ebenfalls, schlecht über den Ex-Partner zu reden). Seien Sie das Vorbild und tragen Sie dazu bei, das Kind nicht noch zusätzlich zu verunsichern. Hören Sie dem Kind zu. Sie können Vieles abfangen und beruhigen, wenn das Kind merkt und weiss, dass Sie jederzeit ein offenes Ohr für Fragen, Sorgen etc. des Kindes haben.
Sollten sich jedoch solche Äusserungen mehren, melden Sie dies dem Beistand (sofern einer angeordnet wurde).
Für den Alltag:
Benutzen Sie für den Besuch Rituale. Rituale können mit kleinen Dingen wie beispielsweise einem bestimmten Buch zu tun haben oder einem anderen Ablauf, den Sie bestimmen und jedes Mal ausführen. Das schenkt dem Kind Halt, Sicherheit und Vertrauen.
Achten Sie darauf, dass dem Kind Rückzugsmöglichkeiten geboten werden. Das heisst, wenn es zum Beispiel müde ist, es sich auch hinlegen und ausruhen kann.
Wenn Sie Ausflüge machen, sorgen Sie dafür, dass das notwendige Gepäck wie zum Beispiel Ersatzkleider, Windeln, Pflaster, Bepanthen, Sonnenbrille und Sonnenhut mitgeführt werden. Das Handy ist nicht zu vergessen, wenn man z.B. den Ex-Partner im Falle einer Verspätung benachrichtigen muss.
Geben Sie dem Kind während des Besuchs die Möglichkeit, etwas alleine zu bewerkstelligen.
Für Kinder ist es wichtig zu wissen, dass trotz eines eventuell bestehenden Elternkonflikts ihr Leben gut funktionieren darf. Halten Sie möglichst an den gewohnten Tagesabläufen fest. Sollten Sie müde oder gestresst sein, gestehen Sie sich das selbst und gegenüber dem Kind ein.
Kinder spüren sehr gut und beziehen Unausgesprochenes vielfach auf sich selbst.
Achten Sie darauf, dass Sie keine Notlügen erfinden. Ein Kind ist sehr sensibel, wenn etwas nicht stimmt. Vermeiden Sie Schuldzuweisungen an den Ex-Partner.
Kinder dürfen durchaus miterleben, wenn es einem Elternteil nicht gut geht. Sprechen Sie darüber immer in der Ich-Form (Ich fühle mich ...). Geben Sie zugleich dem Kind die Information, dass es nichts mit ihm zu tun hat.
Ermutigen Sie das Kind über Emotionen zu sprechen: Was macht dich traurig, was macht dich wütend? Akzeptieren Sie die Antworten.
 

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Eltern-Kind-Entfremdung / vorbeugende Massnahmen - ein Informationsvideo von der KiSOS 
 
 

Dem Kind Verständnis schenken

Kinder, die sich in einer Trennungsphase der Eltern befinden, erleben eine schwere und für sie unverständliche Zeit, die viele Fragen aufwirft. Sie sind jedoch kaum in der Lage, diese Fragen zu formulieren. Je nach Konfliktgrad reagiert das Kind eventuell gereizt, hyperaktiv oder verschlossen.
Gerade nach einer Trennung ist es für solche Kinder wichtig, Ungeklärtes verständlich zu machen. Für die Eltern stehen hier verschiedene und einfache Hilfsmittel (Literatur) für das Kind zur Verfügung. Bilderbücher helfen dem Kind altersgerecht, das Thema Trennung zu veranschaulichen und zu verstehen.
Folgende Kinderbücher haben sich bewährt:

Wir sind trotzdem beide für dich da: Jannis ist plötzlich ganz anders als sonst. So traurig und wütend. Im Kindergarten mag er den ganzen Tag nicht spielen ? und mitsingen auch nicht! Dann erzählt er endlich, was los ist: Jannis? Eltern wollen sich scheiden lassen und sein Papa wird ausziehen. Jannis hat Angst, dass das alles seine Schuld ist, doch Ellen tröstet ihn. Ellen ist Jannis? beste Freundin und immer für ihn da. Genau wie Mama und Papa ? Auch wenn Papa bald woanders wohnt.

EAN: 9783401088105
Anzahl Seiten: 32

Ich hab euch beide lieb!: Wenn Eltern sich getrennt haben. Anna hat zwei Lieblingsplätze: Einen Schaukelstuhl bei Papa und einen Kuschelsessel bei Mama. Anna hat auch zwei Badezimmer, zwei Küchen und zwei Haustüren. Wie das kommt? Annas Eltern leben nicht zusammen. Deshalb wohnt Anna manchmal bei ihrem Vater und manchmal bei ihrer Mutter. Aber ganz egal, wo sie gerade ist: Anna hat beide lieb, und sie weiß, dass ihre Eltern sie auch lieben. Wenn Eltern sich nicht mehr verstehen, haben die Kinder unter den Folgen oft sehr zu leiden. Aus der Perspektive der kleinen Anna bekommen Kinder Mut, nicht nur das zu sehen, was sie durch die Trennung der Eltern verlieren, sondern Hoffnung zu schöpfen aus dem, was ihnen trotz des schweren Verlustes bleibt.
EAN: 9783765566691
Anzahl Seiten: 34

Ich hab euch beide lieb!
Ich hab euch beide lieb!: Wenn Eltern sich getrennt haben
Wenn die Familie auseinandergeht, ist das für niemanden einfach - besonders nicht für Kinder, die einer solchen Situation oft hilflos gegenüberstehen.Die Geschichte von Ole setzt sich einfühlsam mit den Ängsten und Sorgen auseinander, die Kinder in dieser schwierigen Lebensphase beschäftigen. Sie erzählt davon, dass die neue Familiensituation auch Positives mit sich bringen kann. Und sie macht deutlich, dass eines trotz aller Veränderungen immer bleiben wird: die Liebe der Eltern zu ihrem Kind. Mit einem Elternnachwort des Sozialpädagogen und Gestalttherapeuten Wolfgang Braukmann, der seit vielen Jahren in einer Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle tätig ist. Als Leiter des Elternkurses »Kinder im Blick« legt er einen besonderen Schwerpunkt auf Kinder in Trennungssituationen, greift Fragen auf, die Eltern und Kinder in dieser Phase beschäftigen, und gibt wichtige Tipps für den Alltag getrennt lebender Familien.

EAN: 9783815795200
Anzahl Seiten: 34
Wir sind immer fuer dich da
Gefühle sind wie Farben: Wie ist es, wenn man sich freut oder wenn man eine richtig dicke Wut hat? Und wenn man einsam ist oder neu in eine Klasse kommt? Lauter Alltagsszenen, die eigene Gefühle zeigen und erklären, was andere fühlen. Wie ist es, wenn einer neidisch ist oder ganz einsam oder wenn er furchtbar traurig ist? Und wenn man schüchtern in eine neue Klasse kommt? Gefühle, die man hat und die andere haben, werden hier farbig geschildert. Auch das allerschönste Gefühl gehört natürlich dazu - die Liebe. Alikis Spielszenen aus dem Alltag vermitteln Verständnis für eigene und fremde Gefühle. Ein Bilderbuch zum Mitfühlen und Mitfreuen, schon für Kinder ab 4 Jahre.
EAN: 9783407803467
Anzahl Seiten: 32

Glück kann man lernen: Was Kinder stark fürs Leben macht: Was wünschen wir uns für unsere Kinder? Dass sie diszipliniert sind und gut funktionieren? Oder dass sie ein glückliches Leben führen? Noch nie gab es so viele 'Problemkinder' wie heute. Unsere Kinder gelten als hyperaktiv, aggressiv, möchten Topmodel oder Superstar werden oder verstecken sich im 'Hotel Mama'. Aber sind wir wirklich von kleinen Tyrannen und ängstlichen Nesthockern umgeben? Nein, meint Ernst Fritz-Schubert. Aus Angst, dass unsere Kinder in der Leistungsgesellschaft versagen, konzentrieren wir uns zu sehr auf ihre Probleme. Doch wenn man Kindern nur ihre Schwächen vorhält, werden sie unglücklich und mutlos. Fritz-Schubert plädiert für ein radikales Umdenken und bietet dafür einen neuen pädagogischen Ansatz. Das Glück unserer Kinder muss im Vordergrund stehen. Wir müssen ihnen helfen, die eigenen Potentiale zu entdecken und an sich selbst zu glauben - denn nur starke Kinder sind glückliche Kinder. Weitere Informationen zu Ernst Fritz-Schubert finden Sie auf http://www.fritz-schubert-institut.de/.